Aktualisierte Flyer zum Download

In Hamburg, Düsseldorf und Stuttgart gab es am vergangenen Wochenende Demonstrationen gegen Abschiebungen nach Afghanistan. Es wurde auf die katastrophale Situation im Land sowie die zynischen Abschiebepläne aufmerksam gemacht. Wir möchten solche Demonstrationen mit inhaltlich aktualisierten und neu gestalteten Flyern unterstützen. Die neue, zweisprachige Version der Flyer ist auf unserer Internetseite unter dem Reiter „Flyer“ zu finden. Sie sind auf das Druckformat DIN A5 abgestimmt und dürfen gerne zahlreich gedruckt und verteilt werden. Eventuell werden wir größere Mengen der Flyer sowie Aufkleber in der nächsten Zeit auch in gedruckter Form verschicken können.

Wir freuen uns über alle aktiven Menschen, die auch in ihrer Stadt den Druck auf die Politik erhöhen und durch Demonstrationen und Protestaktionen deutlich machen, dass die geplanten Abschiebungen nicht unwidersprochen bleiben!

Afghanistan-Konferenz Brüssel

Während auf der Afghanistan-Konferenz offiziell die Abschiebung von bis zu 80.000 AfghanInnen angekündigt wurde, stürmten die Taliban zeitweise erneut die Großstadt Kunduz. Gerade der Norden Afghanistans wabert immer wieder als einer der „sicheren Orte“ durch die Diskussion, wohin Abschiebungen möglich sein. Zynisch!

Hier einige Artikel über das Abkommen und die Konferenz:

http://www.tagesschau.de/…/afghanistan-fluechtlinge-abschie…

http://www.dw.com/…/deutsche-milliarden-hilfe-f%…/a-35955682

http://www.spiegel.de/…/afghanistan-taliban-attackieren-kun…

Erneuter Anschlag

In Kabul kam es gestern erneut zu mehreren tödlichen Anschlägen der Taliban. Mehr als 30 Personen sind gestorben, über 100 wurden verletzt. Leider sind es nur einige von vielen Anschlägen, die sich in verschiedenen Gebieten Afghanistans in den letzten Wochen in immer kürzeren Abständen aneinandereihen. Sowohl im Norden, im Gebiet um Kunduz und in der Provinz Baghlan, als auch im Süden, in der Provinz Helmand, muss sich die afghanische Armee immer wieder zurückziehen und Gebiete den Taliban überlassen.
Während sich dieser Trend unvermindert fortsetzt, wird die die Sichtweise der deutschen Regierung weiterhin von der innenpolitischen Situation bestimmt. Die anhaltenden Erfolge der AfD vor Augen, begeben sich die großen Parteien mit immer restriktiveren Ideen zum Asylrecht in einen Wettlauf, dessen Verlierer in erster Linie schutzsuchende Menschen sind.
So ist die Schutzquote für afghanische Asylsuchende in 2016 trotz sich verschlimmernder Situation vor Ort dramatisch gesunken. Geflüchtete werden weiterhin gezielt falsch informiert und zur „freiwilligen Ausreise“ gedrängt. Der Zugang zu Deutschkursen wird AfghanInnen weiterhin verwehrt. Und immer noch suchen PolitikerInnen verschiedener Parteien nach „sicheren Zonen“ in einem Land, das seit 30 Jahren im Krieg ist.
Schluss damit!

http://www.faz.net/…/drei-explosionen-an-einem-tag-in-afgha…

http://www.nds-fluerat.org/…/fluechtlingsrat-niedersachsen…/

NATO-Gipfel in Warschau

Afghanistan stand nicht im Zentrum des NATO-Gipfels in Warschau und dennoch wurden bedeutende Entscheidungen für das Land getroffen. Die Mission „Resolute Support“ wurde vorerst bis 2020 verlängert und amerikanische Spezialeinheiten greifen sogar wieder aktiv in den Krieg ein.
Dass zum ersten Mal kein konkretes Abzugsdatum von Seiten der NATO lanciert wurde, offenbart wie desaströs die Situation momentan ist und inzwischen auch von NATO-Seite eingeschätzt wird. Dennoch ist die Bundesregierung bisher nicht von ihren Plänen abgerückt, Menschen nach Afghanistan abzuschieben. Den Zynismus dieser Haltung trifft die Schlagzeile von PRO ASYL auf den Punkt: „Afghanistan: Weil es so sicher ist, bleibt die NATO noch ein paar Jahre.“

Ausführliche Informationen zum Beschluss finden sich hier:
https://thruttig.wordpress.com/…/nato-militarmission-in-af…/

Flyer zur Kampagne „Zendegi“

Hier sind nun die angekündigten Flyer der Kampagne. Thematisch gliedern sie sich in Infos über die Kampagne, die Situation in Afghanistan, und die Situation für Afghan_innen in Deutschland. In der nächsten Woche wird auch eine Dari-Version veröffentlicht und anschließend eine hohe Auflage der Flyer doppelseitig (Deutsch/Dari) gedruckt, die dann zusammen mit Aufkleber u. ä. über diese Homepage bestellt werden können.

Als pdf-Datei stehen die deutschsprachigen Flyer bereits jetzt zum Download.

ZENDEGI Flyer 1

ZENDEGI Flyer 2

ZENDEGI Flyer 3

Wir freuen uns aber schon jetzt über große Verbreitung der digitalen Version.

Gewalt nimmt weiter zu

Die Tötung des Taliban-Chefs Mullah Mansur war in den letzten Wochen die einzige Nachricht aus Afghanistan, die es bis in die deutsche Öffentlichkeit schaffte. Gerade in den letzten Wochen ist die Situation im Land allerdings erneut eskaliert und der Anstieg ziviler Opfer um 55% im Zeitraum von März bis Mai führt dies drastisch vor Augen.

Die Taliban entführten heute in Kunduz 50 Menschen (insgesamt 200 in der letzten Woche), in Jalabad wurde heute eine Radiostation mit Granatwerfern beschossen und in der Provinz Helmand wurden am Sonntag zwei Journalisten getötet. Die Vorfälle zeigen einmal mehr, dass zu jeder Zeit in allen Teilen des Landes gekämpft wird und die „sicheren Zonen“ in Afghanistan dem Wunschdenken der Bundesregierung entsprungen sind.

Hier noch die Hinweise auf drei Artikel aus den letzten Wochen und darauf, dass in den nächsten Tagen verschiedene Flyer zur Kampagne Zendegi – Keine Abschiebung nach Afghanistan veröffentlicht werden.

Zur Situation der Zivilbevölkerung: https://de.qantara.de/…/fruehjahrsoffensive-der-taliban-in-…

Zur Situation der (Binnen-)Flüchtlinge: http://www.dw.com/…/immer-mehr-afghanen-fliehen-…/a-19294852

Zur Bildungs-Situation in Afghanistan:
http://www.sueddeutsche.de/…/schulen-in-afghanistan-unser-h…

Studie über Flucht aus Afghanistan

Gestern wurde eine kurze Studie über die momentane Flucht- und Migrationsbewegung aus Afghanistan nach Europa veröffentlicht. Das Team des Afghanistan Analysts Network hat in Interviews mit Familien, deren Angehörige geflohen sind, über Planung, Ablauf und Gründe der Migration gesprochen. Es wird einmal mehr deutlich, dass in einem Land, welches seit 40 Jahren im Krieg ist, ökonomische Chancenlosigkeit, Verfolgung und Mord sowie gesellschaftliche Unfreiheit untrennbar miteinander verwoben sind – und das in allen Teilen Afghanistan. Außerdem wird deutlich, dass die politisch und medial oftmals vorgenommene Kategorisierung in „Wirtschaftsflüchtlinge“ und „Kriegsflüchtlinge“ der komplexen und untragbaren Situation nicht annähernd gerecht.

Hier gibt es die Studie auf Englisch zum Nachlesen.